Archivgut Vorlass

Dr.in Claire F.-W. NL 114

1881 bis 2008

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: 1881 bis 2008
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Bad Schallerbach und Wels in Oberösterreich, Innsbruck und Kundl in Tirol, Wien; Avalon Beach, Bogong, Carlton, Clayton, Coal Point, Glen Waverley, Melbourne, Mount Buller, North Caulfield, Pasco Vale, Portland, Roseville und Toowoomba in Australien; Anweiler am Trifels, Bad Godesberg, Bamberg, Bonn, Erlangen, Feilitzsch, Freiburg, Glauchau in Sachsen, Hamburg, Hof, Lüdenscheid, München, Nürnberg, Selb, Überlingen und Würzburg in Deutschland; Andrian, Bozen (Bolzano), Bruneck (Brunico) und Meran (Merano) in Italien; Calgary in Kanada; Sinazeze in Sambia; St. Gallen in der Schweiz; Roquetas de Mar in Spanien; Haddonfield, Kallai auf Hawaii und New York in den USA


Quellentypen: Aufzeichnungen in Buchform: 2 Poesiealben, 1 Kochbuch; Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Freundschaftskorrespondenz, berufliche Korrespondenz, Korrespondenz aus der Emigration): 1.350 Schreiben; Dokumente zur Schul-, Universitäts- und Berufslaufbahn: 5 Schulhefte, 2 Mappen Arbeitsunterlagen; ca. 50 Fotografien


Zum Bestand: Schreiberin/Adressatin: Dr.in Claire F.-W. (geb. Klara W.); geb. 1924 in Selb in Bayern in Deutschland

Übergeberin: Dr.in Claire F.-W., 2008-2011



Dr.in Claire F.-W. (geb. Klara Anna Maria Margaretha W.) wuchs in Bozen (Bolzano) in Südtirol auf. Sie ist die Tochter von Georgina W. (geb. F.) und dem Bildhauer Heinrich W., der die Kunstabteilung der Porzellanfabrik Rosenthal in Selb in Bayern leitete. Klara W. besuchte die Volksschule in Bozen, danach ging sie auf ein Mädchenlyzeum in Hof in Bayern und begann schließlich ein Studium in Innsbruck. Während der NS-Zeit war Claire F.-W. zum Arbeitsdienst in einem Lazarett verpflichtet. Von 1945 bis 1950 arbeitete sie als Dolmetscherin für die französische Besatzung in Innsbruck.

1951 ging sie gemeinsam mit ihren Eltern nach Australien, wo ihre Tante bereits als evangelische Krankenschwester tätig war. Claire F.-W. beendete ihr Studium als Neuphilologin an der University of Melbourne, 1956 heiratete sie den Ingenieur Jack F. (gest. 2008). Die beiden haben eine Tochter, zwei Söhne und vier Enkelkinder, die Familie lebt in Glen Waverley.

Claire F.-W. ist Literaturwissenschaftlerin, arbeitete als Lektorin an der Universität und von 1965 bis 1997 als Vortragende an einer Volkshochschule in Melbourne. Sie dissertierte 65-jährig in Keltologie und Frauenforschung und ist in der Lutherischen Kirche engagiert.

Der Vorlass von Claire F.-W. umfasst Dokumente aus der Zeit vor ihrer Emigration, Teile ihrer wissenschaftlichen Arbeit sowie einen umfangreichen Bestand an Korrespondenz zwischen Australien und Europa.

An Dokumenten aus ihrer Zeit in Europa liegt zunächst ein Kochbuch von Theresia P. vor. Sie war Stiefschwester der Großmutter von Claire F.-W. und Pfarrköchin. Das Kochbuch umfasst ca. 100 Seiten handschriftliche Rezepte; eine 4-seitige Beilage mit Mittagsmenüfolgen ist mit 1881 bis 1885 datiert. Weiters sind zwei Poesiealben erhalten, von denen eines (1899 bis 1900) Claire F.-Wiesers Tante Klara L. (geb. W.) gehörte. (Aus der Familie L. sind zudem 8 Fotografien vorhanden.) Claire F.-Wiesers eigenes Poesiealbum, von den Eltern „Unserer Clärle zum 10. Geburtstag“ gewidmet, enthält Einträge von 1934 bis 1941. Aus der Schulzeit in Bozen (Bolzano) und in Hof sind daneben 5 Schulhefte vorhanden, eines aus 1934 ist ein mit „Diario“ betiteltes, als Hausaufgabe zu führendes Tagebuch.

Zu den von Claire F.-W. übergebenen Arbeitsmaterialien zählen Studien zu Ricarda Huchs Novellen und Manuskripte ihrer literarischen Arbeit „Der Prinz von Annun“. Ihr beruflicher Schriftverkehr ist im Umfang von 120 Korrespondenzstücken der Verlagsanstalt Tyrolia, der Universitäten in Monash und Melbourne sowie der Volkshochschule in Melbourne von 1952 bis 1980 belegt.

Die privaten Korrespondenzen im Umfang von 1.350 Schreiben decken einen Zeitraum von August 1950 bis Februar 2008 ab. Die Korrespondenzen, teils in deutscher und teils englischer Sprache, wurden geordnet, beschriftet und gebündelt übergeben. Der überwiegende Teil davon ist beidseitig erhalten, Claire F.-W. hat ihre eigenen Schreiben jeweils als Durchschläge und später als ausgedruckte Textverarbeitungsdokumente aufbewahrt. Teilweise sind die Poststücke an Claire und Jack F. gemeinsam gerichtet bzw. auch in beider Namen unterzeichnet.

Die frühesten Korrespondenzstücke aus den 1950er-Jahren sind Kondolenzschreiben zum Tod der Mutter Gina W., Briefe von (ebenfalls ausgewanderten) Bekannten der Familie sowie einzelne Schreiben der Schwiegermutter und der Schwägerin von Claire F.-W.. Aus den 1970er- bis in die 2000er-Jahre sind teils handschriftliche, teils maschinschriftliche Korrespondenzen mit verschiedenen Schreiberinnen und Schreibern aus der Verwandtschaft und Bekanntschaft in Deutschland, Österreich und Australien vorhanden. Weitere KorrespondenzpartnerInnen sind Schulkolleginnen aus Hof und Selb, eine Kollegin des Reichsarbeitsdiensts (RAD) in Kundl in Tirol und ForschungskollegInnen. Ein Teil der Korrespondenz, vorwiegend jene aus den 1990er-Jahren, ist nach AbsenderInnennamen sortiert in eine Aktenmappe mit separaten Fächern eingeordnet. Bei dem Großteil der Schreiben wurden die Kuverts nicht aufbewahrt, aus den letzten Jahren liegen neben Briefen als Textverarbeitungsdokumente und Faxschreiben auch ausgedruckte E-Mails vor. Beilagen zu den Korrespondenzen sind Ausschnitte aus (v.a. deutschen und österreichischen) Zeitungen, gut 40 Fotografien, Prospekte und Einladungen.



Bis 2014 wurden Nachträge im Umfang von mehrere verschiedene Kartons und Kuverts übergeben. Diese befinden sich in Bearbeitung.



Dokumente von ihr sind auch Teil des Bestandes der Bozner Dokumentarstelle für Literatur des Südtiroler Künstlerbundes.

Anmerkung:
Aus Datenschutzgründen werden in diesem Online-Verzeichnis alle Nachnamen abgekürzt angegeben. Die mit den Übergeber/innen der Bestände jeweils vertraglich vereinbarte Verwendung der Namen ist bei der Recherche vor Ort abzuklären.
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Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
1010 Wien
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Die Benutzung der Bestände erfolgt nach vorangegangener Terminvereinbarung und Vorlage des Forschungsvorhabens.
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Die erste Sichtung der Quellen erfolgt in den Räumlichkeiten der Sammlung Frauennachlässe. Für die spätere Bearbeitung ist eine Aufstellung der Materialien in der Fachbibliothek für Geschichte möglich.

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