Archivgut Nachlass

Franziska W. NL 42 III

Juli 1914 bis April 2001

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Juli 1914 bis April 2001
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Wien; verschiedene Orte in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark u.a.; Dobřenice (Dobschenitz) in Böhmen in der Tschechoslowakei; Paris und andere Orte in Frankreich; verschieden Orte in den Niederlanden; Grenchen bei Solothurn und andere Orte in der Schweiz u.a.


Quellentypen: Tagebuch (Jugendtagebuch): 1 Band; Aufzeichnungen in Buchform: 17 Kalender; Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Freundinnenkorrespondenz, Korrespondenz aus der Emigration): 281 Schreiben; ca. 30 amtliche Dokumente; ca. 1.300 Fotografien; Weiteres: Etui mit Maniküre-Zubehör, Haushaltsplan, CARE-Paket-Schachtel aus der Nachkriegszeit


Zum Bestand: Schreiberin/Adressatin: Franziska W.; geb. 1901 St. Andrä an der Traisen in Niederösterreich, gest. 2001 in Wien

ÜbergeberInnen: Gerlinde B.-M. und Dipl. Ing. Christian M. (Nichte und Neffe von Franziska W.), 2003



Franziska (genannt Fränzi) W. war die zweitälteste der vier Töchter des Wiener Beamtenehepaares Irene W. (geb. W., 1875-1958) und Viktor W. (1866-1945). Nach der Bürgerschule besuchte sie 1916 die Haushaltungsschule der Vereinigung der arbeitenden Frauen in der Wiener Innenstadt. Aus dieser Zeit sind drei kleinformatige Taschenkalender (herausgegeben vom Österreichischen Flottenverein) aus 1915 und 1916 vorhanden, die Franziska W. für sporadische Einträge und teilweise als Ausgabenbücher verwendet hat. Als 13-Jährige wollte sie offenbar damit beginnen, ein Tagebuch zu führen, das dementsprechend betitelte Schulheft beinhaltet allerdings nur zwei Einträge aus dem Sommer 1914.

Anders als ihre ältere Schwester Christine W. (1898-1982) erhielt Franziska W. nach Schulabschluss keine weitere Bildung. Bis Ende der 1920er-Jahre arbeitete sie als Gouvernante bei verschiedenen Familien u.a. in Paris, bei Verwandten in Grenchen bei Solothurn in der Schweiz, in Dobřenice in Böhmen und in Wien. Im Zuge ihrer Arbeit hielt sich Franziska W. wiederholt für längere Zeit an verschiedenen internationalen (Urlaubs-) Orten auf. Aus ihrer Zeit in der Emigration als Gouvernante sind 122 zum Teil sehr umfangreiche Briefe erhalten. 48 dieser Schreiben hat sie an die Eltern und Schwestern gerichtet, 74 selbst von Verwandten und Freundinnen erhalten.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Franziska W. als Pflegerin in einem Wiener Kinderkrankenhaus, nach dem Krieg war sie bis zu ihrer Pensionierung als Ordinationsschwester des Kinderarztes Dr. H. tätig. Sie war unverheiratet und bewohnte gemeinsam mit der Mutter und ihrer Schwester Christine W. eine Wohnung in Wien Währing. In ihrer Freizeit bewegte sie sich in französischsprachigen Kreisen. Die meisten ihrer Korrespondenzen führte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Christine W. (archiviert in NL 42 II), die Kuverts der erhaltenen Briefe versahen die Schwestern mit verschiedenen Vermerken.

Aus 1986 bis 2001 liegen 14 Taschenkalender vor, in die Franziska W. neben täglichen (zum Teil in stenografischer Schrift bzw. als Symbole gestalteten) Eintragungen zu ihrem Alltag auch Aufzeichnungen über Ein- und Ausnahmen eingeschrieben hat.

Aus dem gemeinsamen Nachlass der Schwestern Christine und Franziska W. liegt auch ein Bestand von ca. 1.300 Fotografien vor. Die meisten Aufnahmen wurden zwischen den 1930er- und den 1970er-Jahren gemacht, fast alle sind beschriftet. Der Großteil wurde (vermutlich) von Franziska W. aufgenommen, v.a. während Urlaubsaufenthalten im ländlichen Österreich. Neben Personen aus dem Familien- und Bekanntenkreis finden sich darunter dementsprechend zahlreiche Landschaftsaufnahmen, aber auch die Abbildung von Haustieren.

Weiters sind verschiedene amtliche Dokumente (zum Teil in Kopie) sowie Gegenstände (z.B. ein Etui mit Maniküre-, Näh- und Schreibutensilien vom Beginn des 20. Jahrhunderts oder eine CARE (Cooperative for American Remittances to Europe)-Paket-Schachtel aus der Nachkriegszeit, in der die Schwestern Schneiderzubehör aufbewahrt haben) Teile des Nachlasses.

Anmerkung:
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c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
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