Archivgut Nachlass

Gabriele S. NL 38 V

Jänner 1905 bis 1971

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Jänner 1905 bis 1971
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Neulengbach in Niederösterreich; unbestimmbare Orte an der Front/Kriegsschauplätze im 1. Weltkrieg u.a.


Quellentypen: Tagebuch (Kindertagebücher, Jugendtagebücher, Müttertagebuch, während dem 1. Weltkrieg geführtes Tagebuch): 4 Bände; Aufzeichnungen in Buchform: 1 Kalender, 1 Poesiealbum; Korrespondenz (Feldpost aus dem 1. Weltkrieg, Freundschaftskorrespondenz, Familienkorrespondenz, Kinderkorrespondenz): 391 Schreiben; 4 amtliche Dokumente; Dokumente zur Schul- und Berufslaufbahn: 24 Schulhefte; ca. 15 Fotografien; Weiteres: Steckalben mit Kunstpostkarten/Postkarten, Zeichnungen


Zum Bestand: Schreiberin/Adressatin: Gabriele S. (geb. R.); 1905-1986, geb. und gest. in Neulengbach in Niederösterreich

Übergeberin: Elisabeth K. (Tochter von Gabriele S.), 2003



Gabriele (genannt Ella) S. (geb. R.) war die ältere von zwei Töchtern von Anna R. (1868-1965) und Paul R. (1873-1953). Ihre Eltern betrieben eine Eisenwarenhandlung in Neulengbach, ihre jüngere Schwester Anna R. (1909-1916) litt an Trisomie 21. Gabriele S. studierte an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien Klavier, 1931 heiratete sie den Arzt Johann S. (1905-1944). Das Paar hatte zwei Töchter (geboren 1937 und 1939), Johann S. starb als Soldat im Zweiten Weltkrieg in Beograd (Belgrad).

Der schriftliche Nachlass von Gabriele S. beinhaltet ein für sie als Kleinkind von ihrer Mutter geführtes Tagebuch mit Einträgen von Jänner 1905 bis März 1911. Aus 1913 und 1914 sind zwei kleine Notizbücher vorhanden, die sie als Volksschülerin jeweils als Tagebuch begonnen hat. Die Einträge in beiden Büchern brechen jedoch nach wenigen Seiten wieder ab. In einem dritten Tagebuch reichen die Einträge von März 1917 bis Dezember 1919. In diesem Buch formuliert die Jugendliche u.a. den Wunsch, ein Klavierstudium beginnen zu wollen.

Aus der Schulzeit von Gabriele S. liegen daneben ein Poesiealbum mit Einträgen von März 1911 bis August 1917, 22 Schulhefte, eine Mappe mit Zeichnungen sowie ein Kalender mit Einträgen über Ausgaben aus dem Jahr 1915 vor.

Von Gabriele S.s amtlichen Ausweisen sind zwei Reisepässe (ausgestellt 1928 und 1971), ein Personalausweis aus 1943 sowie eine Mitgliedskarte beim Österreichischen Alpenverein aus 1933 vorhanden.

Der größte Teil des Nachlasses besteht aus ihren Korrespondenzen. Es ist das ein umfangreicher Bestand von Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg, der in zwei Alben eingeheftet ist. Das eine dieser Alben trägt neben einem k.k.-Doppeladler-Emblem den Aufdruck „Kriegserinnerungen 1914-1915“. Darin sind 69 Feldpostschreiben von drei Soldaten, die Gabriele R. im Zuge von so genannten „Liebesgaben-Aktion“ vermittelt wurden, eingeheftet. 54 Schreiben aus Mai 1915 bis März 1917 hat Emanuel Binder, den Gabriele S. ebenfalls über eine „Liebesgaben-Aktion“ kennen gelernt hat und von dem auch Porträtaufnahmen in Uniform vorliegen, u.a. aus Russland an sie geschrieben. 13 Schreiben (März 1915 bis September 1916) kamen von Hans G. von verschiedenen Orten an der Westfront.

Das zweite Album enthält 124 Feldpostschreiben, die verschiedene Verwandte und Bekannte zwischen Dezember 1914 und Mai 1916 an Gabriele R., an ihre Mutter Anna R. und an ihre Cousine Grete N.-P. (d.i. Margarethe N., geb. K., 1897-1982) adressiert haben. Zahlreiche dieser Schreiben sind Fotopostkarten mit Aufnahmen der Schreiber in Uniform. In das Album eingelegt sind zudem eine Bastelarbeit aus Lebensmittelmarken bzw. Bezugsscheinen sowie eine Urkunde des Kriegsministeriums aus 1915, ausgestellt für Johann S., den späteren Ehemann von Ella R..

In einem dritten Album sind 43 unbeschriebene Postkarten mit den Porträts von Mitgliedern der verbündeten Kaiserfamilien der so genannten „Mittelmächte“ eingeheftet. In einem vierten Album befinden sich 54 Landschaftsaufnahmen aus Österreich.

Aus Gabriele S.s Korrespondenz liegen weiters 178 Postkarten vor, die sie zwischen Jänner 1905 und August 1930 von Freundinnen, Freunden, Lehrerinnen und Verwandten erhalten hat. 40 dieser Schreiben (Dezember 1907 und August 1922) wurden von der Cousine Grete N.-P. und deren Familie verfasst. Daneben sind einzelne verschiedene Dokumente ohne Zusammenhang erhalten.

Anmerkung:
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Universitätsring 1
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