Tonträger
Interview
Interview von Kristine von Soden mit Frau Gudrun M.
in:
Sammlung: Sammlung K. v. Soden
1992
,
40:43 Minuten
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Weitere Informationen
| Einrichtung: | Archiv der deutschen Frauenbewegung | Kassel |
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| In: | Sammlung: Sammlung K. v. Soden |
| Bestell-Signatur: | ST-49 ; 2-13 |
| Jahr: | 1992 |
| Sprache: | Deutsch |
| Beschreibung: | |
| Kristine von Soden interviewte 1992/93 Frau Gudrun M. zu deren Bildungs- und Berufsweg. Frau M. stammt aus einer Juristenfamilie, legte ihr Abitur 1925 an einem Jungengymnasium ab und studierte anschließend in Freiburg, Kiel und Berlin Rechtswissenschaften. Sie erzählte, dass es in ihrer Familie keine Widerstände gegen ihr Vorhaben gab und dass sie von einer Tante, die in Philologie promoviert hatte, motiviert wurde. Frau M. promovierte zum Problem der sogenannten Ehewohnung. In ihrer Referendarzeit lernte sie ihren späteren Mann kennen und beide entschieden sich, gemeinsam Anwälte zu werden. 1933 schloss sie ihr Studium ab und erhielt trotz Schwierigkeiten die Erlaubnis, als Anwältin zu arbeiten, was sie auch bis 1945 tat. Anschließend erlangte sie die Zulassung als Anwältin in der DDR, aus der sie 1950 jedoch floh. In Westdeutschland wurde sie Richterin und erste Richterin am Bundesarbeitsgericht. Frau M. erzählte, dass während ihres Studiums nur wenige Frauen mit ihr studiert hätten, manchmal sei sie die Einzige gewesen. Sie erzählte auch von einer Studienreise nach Hamburg, bei der die Gefängnisse der Stadt besucht wurden. Zum Übernachten und zu didaktischen Zwecken, um das Leben in Gefängniszellen kennenzulernen, seien die Studenten für eine Nacht in Festungshaft gekommen, die Studentinnen dagegen in das Arbeitshaus für Prostituierte. Die Prostituierten dort sollten Tagebuch führen und sich um Käfigvögel kümmern, um von ihrem bisherigen Lebensweg abzukommen. Frau M. erzählte auch aus ihrer Tätigkeit als Anwältin im Dritten Reich, als sie u. a. Fälle mit jüdischen Familien bearbeitete. Sie berichtete, dass Juristinnen in dieser Zeit in Verwaltungsstellen abgedrängt wurden oder gar nicht mehr zugelassen wurden, es habe aber keine gewagt, dagegen vorzugehen. Ansonsten sei das Leben für sie als Anwältin einfach weitergegangen. Zu Frau M.s Dozenten gehörten Otto Lenel, Gustav Radbruch, Martin Wolf und Walter Hallstein. | |
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