Archivgut Nachlass

Traude Z. NL 258

Februar 1942 bis August 1999

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Februar 1942 bis August 1999
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Wien


Quellentypen: Aufzeichnungen in Buchform: 13 Haushaltsbücher


Zum Bestand: Schreiberin: Traude Z. (geb. Zimmer), geb. 1915 in Prag, gest. 2008 in Wien

Übergeber: Dr. Georg Z. (Sohn von Traude Z.), 2018



Traude (Irmentraud Ingeborg Marie) Z. (geb. Zimmer) wurde in Prag geboren. Ihr Vater Richard Zimmer (1882-1946) war hier als österreichischer Ministerialbeamter eingesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Familie nach Wien, wo Traude Zimmer eine Klosterschule in der Keniongasse besuchte und dort ihre Matura ablegte. Ihre Mutter Berta Zimmer starb 1925 mit 38 Jahren.

Traude Zimmer lebte zusammen mit ihrem Vater, der Haushaltshilfe Anna (gest. 1966) und Julie N. (1872-1954), der späteren Lebensgefährtin des Vaters, in einem repräsentativen Haus in der Langmaisgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk. 1937 heiratete sie Erich Z. und bezog mit ihm eine eigene Wohnung. Erich Z. starb als Soldat im Zweiten Weltkrieg, woraufhin Traude Z. wieder zu ihrer Familie zog. 1946 starb ihr Vater Richard Zimmer. Traude Z. trat in den Bürodienst im Sozialministerium ein, wo sie bis in die 1970er-Jahre in der Abteilung für Volksgesundheit tätig war und sich unter anderem mit dem Thema Säuglingssterblichkeit beschäftigte.

1948 hatte Traude Z. Dipl. Ing. Dr. techn. Robert Z. (1908-2004), den Bruder ihres ersten Ehemannes, geheiratet. Er war als Techniker bei der Firma Norma Messgeräte beschäftigt, anfang 1950 kam ihr Sohn Dr. Georg Z. zur Welt. Traude Z. blieb berufstätig, der Haushalt wurde bis zu deren Tod von Haushaltshilfe Anna geführt. Die später bei der Familie beschäftigten Haushaltshilfen lebten nicht mehr in der Familienwohnung.

Aus dem schriftlichen Nachlass von Traude Z. wurden Haushaltsaufzeichnungen übergeben, die den Zeitraum von 1942 bis 1999 abdecken. Von Februar 1942 bis Februar 1950 wurden 3 verschiedene kleinformatige Notizbücher geführt, von denen zwei nur auf wenigen, das dritte auf 150 Seiten voll beschrieben ist. Dokumentiert sind hier neben Haushaltsausgaben auch Näharbeiten und Besorgungen. Eingelegt ist ein Notizzettel zur Umrechnung von Ausgaben von „alten“ in „neue Schillinge“.

Ab August 1948 wurden parallel dazu vorgedruckte Wirtschaftsbücher verwendet, die bis August 1999 durchgängig geführt worden sind. Die 10 Bücher der Marke "Tell" haben jeweils einen Umfang von 80 Seiten. Die Einträge wurden größtenteils von Traude Z. selbst, teilweise aber auch von Haushaltshilfe Anna geschrieben. Vorangestellt sind Datierungen wie "Deo adiudante! Begonnen im Februar 1942" oder "Begonnen mit Gott im August 1948".

Der Inhalt der Bücher dokumentiert genau die Einnahmen und Ausgaben des Haushalts. Angegeben sind dabei die Gehälter von Richard Zimmer und Robert Z., die dabei als "Papsi", "Bertli" oder "Papi" verzeichnet sind. Die Einzahlungen aus dem Verdienst von Traude Z.s sind unter "ich beigetragen" oder "Haushalt ich dazugegeben" angeführt, später auch unter "Mami".

Unter den Ausgaben befinden sich u.a. die Gehälter der Haushaltshilfen sowie die regelmäßigen Einkäufe in mehreren lokalen Geschäften wie der Fleischerei "N.", einem mit "Strubi" abgekürzten Feinkostgeschäft, der Bäckerei "R." oder dem Obst- und Gemüsegeschäft S.. In den früheren Aufzeichnungen werden bestimmte Produkte wie "Zahnbürstel Bertl", "Milka" und "Neapolitaner" (Februar 1950) extra angeführt, später werden die Ausgaben zumeist unter "Haushalt" zusammengefasst angegeben.

Anmerkung:
Aus Datenschutzgründen werden in diesem Online-Verzeichnis alle Nachnamen abgekürzt angegeben. Die mit den Übergeber/innen der Bestände jeweils vertraglich vereinbarte Verwendung der Namen ist bei der Recherche vor Ort abzuklären.
Gesamten Bestand von Sammlung Frauennachlässe anzeigen

Standort

Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 4277 408 12
Öffnungszeiten
Die Benutzung der Bestände erfolgt nach vorangegangener Terminvereinbarung und Vorlage des Forschungsvorhabens.
Benutzungszeiten, für die ein Termin vereinbart werden kann, sind Mi & Do 11.00 - 17.00 Uhr bzw. auf Anfrage (per Mail oder telefonisch).
Die erste Sichtung der Quellen erfolgt in den Räumlichkeiten der Sammlung Frauennachlässe. Für die spätere Bearbeitung ist eine Aufstellung der Materialien in der Fachbibliothek für Geschichte möglich.

Ich stimme der Nutzung von Google Maps zu.

Ähnliche Einträge