Archivgut Nachlass

Leopoldine R. NL 242

Mai 1944 bis März 1945

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Mai 1944 bis März 1945
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Lustenau in Vorarlberg; Fondi und unbestimmbare Orte an der Front/Kriegsschauplätze im 2.Weltkrieg in Italien u.a.


Quellentypen: Korrespondenz (Feldpost aus dem 2.Weltkrieg): 169 Schreiben; 5 Fotografien; Weiteres: 1 Postkarton


Zum Bestand: Schreiberin/Adressatin: Leopoldine R. (geb. S.); 1912-2008, geb. und gest. in Dornbirn in Vorarlberg

Schreiber/Adressat: Walter R.; 1910-1976, geb. und gest. in Dornbirn in Vorarlberg

Übergeber: Dr. Klaus R. (Sohn von Leopoldine und Walter R.), 2017



Leopoldine R. (geb. S.) wuchs bei ihrer Großmutter in Lustenau auf. Ihre Mutter war nach ihrer Geburt an Kindbettfieber gestorben. Nach Abschluss der Hauptschule arbeitete sie im Bürobereich, 1937 heiratete sie Walter R.. Er war der Sohn einer Textilunternehmerfamilie aus Dornbirn, nach verschiedenen Auslandsaufenthalten arbeitete er ab 1936 im Wohnbau und der elterlichen Ziegelei. 1939, 1943 und 1948 kamen die drei Kinder Annelies, Christa und Klaus R. zur Welt. 1940 wurde Walter R. als Soldat nach Bregenz und später als Mitglied der Aufklärungs-Abteilung 85 der 5. Gebirgsdivision nach Italien eingezogen. 1946 wurde er aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen.

Aus dem schriftlichen Nachlass des Ehepaares R. sind 169 Schreiben aus der Zeit von Mai 1944 bis März 1945 erhalten, die in einem Karton gesammelt aufbewahrt worden waren. In den 59 von Walter R. verfassten Briefen sind die von verschiedenen Absenderinnen und Absendern an ihn adressierte Schriftstücke eingesteckt. Er hat sie jeweils in seine an Leopoldine R. adressierten Schreiben nach Vorarlberg zurückgeschickt. So sind 37 Schreiben von Leopoldine R. oder 38 Schreiben von ihrem Schwiegervater Franz R. erhalten geblieben. Der Inhalt und die Nummerierung der Poststücke lassen darauf schließen, dass nicht alle angekommen sein dürften. Zudem geht daraus hervor, dass sich das Ehepaar gegenseitig auch regelmäßig Pakete geschickt hat.

In der mit „Mein allerliebstes Kidili“ oder „Mein Herzlieb“ überschriebenen Korrespondenz kommen unterschiedliche Themen zu Sprache. Ereignisse aus dem persönlichen Umfeld werden ebenso thematisiert wie die Beschaffung von Lebensmitteln, der Frontverlauf oder die Zensur, wie etwa in dem Brief von Leopoldine R. aus Mai 1944: „Dein lieber Brief vom 28.4. war zugeklebt mit einem Papierstreifen wo draufgestempelt ist ‚geöffnet, geprüft Feldpostprüfstelle‘. Es war aber nichts durchgestrichen in dem Brief und hattest Du demnach nichts unzulässiges geschrieben obwohl Du schriebst ihr seiet von Fondi wieder zurückgekommen in den Raum Cassino.“ Im selben Monat schrieb sie weiters: „Ich danke Dir vielmals für die Druckknöpfe und die Haarspangen und die kleinen Knöpfe ich kann alles sehr gut gebrauchen, da ich von all dem Zeug gar nicht mehr viel auf Lager hab. Kannst schon noch mehr kaufen vorausgesetzt daß Du Dein Geld nicht für Notwendigeres gebrauchen kannst. [...] Wenn Du mir dann aber tatsächlich Olivenöl sendest dann schreib es bitte nicht zuerst Deiner ganzen Verwandtschaft denn ich bekomme auch nichts zu wissen was sie alles bekommen und daß dies nicht wenig ist glaub ich fast annehmen zu dürfen.“

Die fünf als Digitalisate zur Verfügung gestellten Fotografien aus den 1930er- und 1940er-Jahren zeigen neben der Hochzeit von Leopoldine und Walter R. u.a. ihre beiden älteren Kinder.

Anmerkung:
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