Tonträger Tonaufnahme

Informationen zur Sammlung Dissonanzen

Berlin : 1987 - 1991

Weitere Informationen

Einrichtung: FFBIZ-Archiv | Berlin
Mitwirkende: Dissonanzen
Quellenangabe: Vorwort
Bestell-Signatur: K Rep. Berlin 20.11c Dissonanzen
Jahr: 1987 - 1991
Provenienz: Redaktion Dissonanzen
Sprache: deutsch
Beschreibung:
Am 1. März 1987 ging der erste private Radiosender in Berlin auf Sendung. Das Kollektiv vom "Radio 100" war basisdemokratisch organisiert und verstand sich als Sprachrohr und akustisches Versuchslabor der linken Gegenkultur.
Zum Programm von Radio 100 gehörte von Anbeginn auch die feministische Redaktion "Dissonanzen". In der täglichen Sendung wurde der weiblichen Sicht auf die Welt ein Forum gegeben. In Ihrem Pressetext im Mai 1987 beschrieben die Frauen der Redaktionsgruppe ihr Sendekonzept wie folgt:
"Jedes Thema, ob aus der Politik oder dem Alltag, Subkultur oder Kultursumpf ist ein Frauenthema. Uns interessiert, was Frauen bewegt und was sie bewegen, erleben und leben. Wir suchen nicht verzweifelt nach dem frauenspezifischen Aspekt, aber die Themen, die überall übersehen werden und uns Frauen angehen, werden bei uns ihre Bühne finden. Oft kommt bei uns die feministische Diskussion zu kurz in all dem Redaktionswahnsinn, trotzdem versuchen wir kontinuierlich an Themeninhalten zu arbeiten und sie zu diskutieren. Wir wollen keine Einheitsmeinung, sondern Kontroversen über den Äther schicken."
Die Redaktion bestand aus ca. 50 Frauen, die für ein vielfältiges Programm und Themenspektrum sorgten. Neben Schwerpunktsendungen zu Themen wie "Mädchen forscht", "Frauen in der Wirtschaft" oder "Aids", wurden aktuelle Anlässe für Themen herangezogen. So wurde nach sexuellen Übergriffen in der linken Szene eine mehrstündige Sendung über sexuelle Gewalt gegen Frauen ausgestrahlt. Neben politischen Themen gab es immer wieder Sendungen mit einem kulturellen Schwerpunkt, z.B. Literatursendungen zu Gertrude Stein, Exilliteratur und Musiksendungen.
Die Dissonanzen wurden von März 1987 bis Februar 1991 gesendet, bis der Sendebetrieb von Radio 100 aufgrund von Zahlungsunfähigkeit eingestellt wurde. Bei dem Sendezeitraum handelt es sich um einen an gesellschaftspolitischer Bedeutung kaum zu überschätzendem Zeitraum der Berliner (und der deutsch-deutschen) Zeitgeschichte. Die Sendung Dissonanzen beleuchtet diesen Zeitraum aus zweifacher Perspektive: aus dem Blickwinkel der (West-)Berliner Gegenkultur und aus der Perspektive von Frauen.
Marion Fabian war als Mitbegründerin von Radio 100 maßgeblich für die Sendung Dissonanzen verantwortlich. Ein Teil der Sendungen wurde von ihr archiviert und ist auf Kassetten vorhanden.
Die Sammlung Dissonanzen umfasst 100 Kassetten (ca. 150 Stunden Sendematerial), die Marion Fabian 2018 dem FFBIZ zur Digitalisierung im Rahmen eines DigiS-Projekts überlassen hat. Aus urheberrechtlichen und persönlichkeitsrechtlichen Gründen können nicht alle Sendungen online gestellt werden.
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