Archivgut Nachlass

Karoline D. NL 199

1867 bis 2004

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: 1867 bis 2004
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Pischelsdorf, Raxgebiet und verschiedene Orte in der Steiermark, Wien; Berlin in Deutschland u.a.


Quellentypen: Aufzeichnungen in Buchform: 1 Ausgabenbuch; Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Geschäftskorrespondenzen): ca. 15 Schreiben sowie dutzende Postkarten; ca. 300 amtliche und geschäftliche Dokumente (darunter: Gerichtsakten/Scheidungspapiere, Rechnungen etc.) (teilweise in Kopie); ca. 400 Fotografien (tw. in 3 Fotoalben); Weiteres: Kinderzeichnungen, Schulhefte, Taschen u.a.


Zum Bestand: Schreiberin/Adressatin: Karoline D. (geb. L.); 1900-1974, geb. und gest. in Wien

Übergeberin: SOS-Kinderdorf Rechtsabteilung (Bevollmächtigte), 2011



Die Wienerin Karoline D. (geb. L.) arbeitete seit ihrem 15. Lebensjahr als Kontoristin, später als Bilanzbuchhalterin. Ihre Eltern Caroline L. (geb. K., 1862-1931) und Eduard L. führten einen Glasereibetrieb, der Großvater mütterlicherseits, Franz K. (1834-1900), war bis 1867 Mitglied des k.u.k. Militär-Polizei-Wache-Corps.

1926 heiratete Karoline D. den Gemeindebediensteten („Stationsführer der Sanitätsstation Brigittenau“) Ferdinand D. (geb. 1892), 1928 wurde ihr Sohn Ernst D. geboren, 1939 die seit 1934 verhandelte Scheidung rechtskräftig. Zahlreiche Dokumente (in Kopie) belegen den jahrelangen Gerichtsstreit um die Höhe und die Zahlungen von Unterhalt. Weitere finanzielle Aufzeichnungen von Karoline D. finden sich u.a. in einem kleinen Ausgabenbuch oder auf losen Zetteln (alle ohne Jahresangaben). Daneben ist eine Sammlung von Rechnungen für Möbelbestellungen, Elektrizität und Gas, die Krankenkasse oder Friedhofs- und Bestattungskosten erhalten, aus den späten 1940er-Jahren auch Lebensmittel- und Rationierungskarten. Aus der Nachkriegszeit liegen weiters ein Passierschein für Wien Wieden und eine „Alliierte Reise Erlaubnis“, jeweils auf Russisch und Deutsch ausgestellt, vor.

Die früheren Korrespondenzen von Karoline D. beinhalten u.a. einen handschriftlichen sowie mit Maschine abgeschriebenen Brief aus 1940, in dem eine Bekannte ihr entspanntes Verhältnis zu der neuen Partnerin ihres Ehemanns bespricht. Im Brief einer Nichte von Karoline D. aus 1946 thematisiert diese ihren abgebrochenen Kontakt. Der Großteil der erhaltenen Korrespondenzen sind Ansichtskarten und Telegrammen, die Ernst D. zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren von verschiedenen Urlaubsaufenthalten an seine Mutter geschrieben hat.

Ernst D. arbeitete nach seinem Studienabschluss 1956 als Lehrer in Wien. Neben dem Titel Oberstudienrat erhielt er weitere Auszeichnungen. Als Kind und Jugendlicher hatte er einige kriegsvorbereitende Ausbildungen der NSDAP Hitlerjugend durchlaufen, war aber wegen seiner Asthmaerkrankung häufig von der Schul- und Jugenddienstpflicht befreit, was durch zahlreiche Dokumente (teilweise in Kopie) belegt ist.

Vermutlich aus den Hinterlassenschaften der verschiedenen Familienmitglieder ist eine Sammlung von über 400 Bildern vorhanden. Die Bilder decken den Zeitraum von aus den 1900er- bis in die 1940er-Jahre ab. Mehrere Fotoalben enthalten Baby- und Kinderfotos (vermutlich vom Ernst D.), Fotografien von der Weihnachtsbescherung aus mehreren Jahren. Weiteres sind die Bilder Schnappschüsse von Urlauben und Ausflügen mit dem Motorrad u.a. in der Oststeiermark und der Rax-Gegend sowie Aufnahmen vom Ferienhaus an der Alten Donau (u.a. mit „Hakenkreuz-Verzierung“). Einzelne Bilder zeigen Bergtouren und Langlaufen sowie Travestie bzw. und Verkleidungsmotive.

Von den Vorfahrinnen und Vorfahren sind jeweils auch einzelne, zumeist amtlichen Dokumente (etwa zu Abwicklungen von Beerdigungen und finanziellen Angelegenheiten) erhalten: Diese sind Karoline D.s Mutter Caroline L., ihrer Tante Marie B. (geb. K., 1873-1949), deren Ehemann Rudolf B. (geb. 1865, Leutnant des k.u.k Kriegsministeriums und späterer Oberinspektor der Donau-Save-Adria Eisenbahngesellschaft) sowie Frank K., Karoline D.s Großvater, zuordenbar. An „Walter“, der 1935 einen tödlichen Bergunfall hatte, erinnern Fotografien vom Unfall und dem Trauerzug sowie ein Büschel Haare. Eine Sammlung von weiteren Partezetteln, Sterbe- und Hochzeitsanzeigen umfasst den Zeitraum von 1900 bis 1977.



Die Dokumente aus dem Nachlass von Karoline D. liegen in einer groben Ordnung vor. Die Zahlenangaben sind teilweise geschätzt.

Anmerkung:
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