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Das Unbewusste sitzt im Fleisch. Einige psychoanalytisch-sozialpsychologische Überlegungen zum affective turn in der Geschlechterforschung

Verfasst von: Winter, Sebastian
in: FZG (FZG – Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien)
2014 , Heft: 2 , Band: 20 , 43–58 S.

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Einrichtung: GenderOpen | Digital
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Verfasst von: Winter, Sebastian
In: FZG (FZG – Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien)
Jahr: 2014
Heft: 2
Band: 20
ISSN: issn:0948-9982
Sprache: Deutsch
Beschreibung:
Der affective turn ist an der Vermittlungsstelle von Konstruktivismus und Essentialismus angesiedelt. Der Artikel stellt diese theoretischen Grundlagen dar und ergänzt sie mit anderen Ansätzen zu dieser Vermittlung. Dabei werden neben der Leibphänomenologie und Bourdieus Habitus-Theorie insbesondere zwei psychoanalytisch-sozialpsychologische Ansätze hervorgehoben: die „Kritische Theorie des Subjekts“ von Alfred Lorenzer sowie die „Allgemeine Verführungstheorie“ Jean Laplanches. Diese Theorien bieten Möglichkeiten, Affekte als nicht biologische, aber dennoch leiblich verankerte Phänomene zu verstehen. Affekte entstammen demnach frühen, vorsubjektiven Interak-tionserlebnissen und werden zunächst nicht psychisch, sondern nur leiblich registriert. Bei ihrer Übersetzung in die kulturellen Symbolsysteme, die sie zu bewusst wahrnehmbaren Gefühlen modifiziert, fallen notwendigerweise unübersetzbare ‚Reste‘ an – Unbewusstes, das weiterhin nur leiblich vorhanden und der Psyche entzogen ist. Vor diesem theoretischen Hintergrund erweitere ich Judith Butlers Entwurf der melancholischen Natur der heteronormativen Geschlechterordnung um eine leibliche Dimension und ziehe Folgerungen für eine ‚Politik der Gefühle‘.
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