Archivgut Nachlass

Augusta Carolina S. NL 97

Jänner 1898 bis Jänner 1944

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Jänner 1898 bis Jänner 1944
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Enns in Oberösterreich


Quellentypen: Tagebuch (Jugendtagebuch, Müttertagebuch, während dem 1. Weltkrieg geführtes Tagebuch): 2 Bände; Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Freundschaftskorrespondenz, amtliche Korrespondenz): 9 Schreiben (z.T. als Abschrift); 2 amtliche Dokumente (in Kopie); 3 Fotografien (in Kopie)


Zum Bestand: Schreiberin: Augusta Carolina S. (geb. H.); 1877-1944, geb. und gest. in Enns in Oberösterreich

Übergeberin: Dr.in Hannelore R. (Enkelin von Augusta Carolina S.), 2008



Augusta Carolina S. (geb. H.) wurde 1877 als Tochter eines Baumeisters in Enns geboren. 1902 heiratete sie Franz Severin S. aus Baden bei Wien, der zu dieser Zeit als Rechnungsführer bei einer Firma für Tief- und Brückenbau beschäftigt war, was zahlreiche Wohnungswechsel der Familie mit sich brachte. Nach dem Tod ihres Vaters 1916 übernahm sie, inzwischen Mutter von vier Kindern, den Familienbetrieb in Enns.

Das erste ihrer beiden vorliegenden Tagebücher umfasst den Zeitraum von Jänner 1898 bis Juli 1928. In den früheren Einträgen schildert die 20-Jährige ausführlich ihren Alltag als junge bürgerliche Frau. Das Tagebuch wird dabei direkt angesprochen („Empfehle mich schön meine kleine Vertraute!“); ein Eintrag ist in einer Geheimschrift verfasst. Bereits nach einer Woche reißen die regelmäßigen Notizen ab, es folgen mehrere leere Seiten und sporadische Einträge. Von 1926 bis 1928 liegen wieder regelmäßigere Aufzeichnungen vor, hauptsächlich Schilderungen aus dem Familienleben. Dazwischen finden sich verschiedene Einträge, u.a. Abschriften und/oder Entwürfe von Gedichten und literarischen Texten oder von Beobachtungen des technischen Fortschritts (zum Beispiel die Fahrt des Luftschiffs „Graf Zeppelin“) oder über die Jahreszeiten („Die erste Schwalbe – u. noch Schnee draußen“ im April 1929). Rückseitig und auf den Kopf gestellt sind einseitige Haushaltstipps eingetragen. Viele der Notate sind mittels Durchstreichungen oder Einfügungen redigiert, das Tagebuch enthält zahlreiche Einlagen, darunter einzelne Korrespondenzstücke (aus dem Zeitraum von 1898 bis 1907 sowie aus 1929), mehrere Seiten sind herausgeschnitten und es wurden Markierungen vorgenommen, ein Teil der Seiten war zusammengeklebt und etwa ein Viertel der Seiten ist unbeschrieben.

Das zweite Tagebuch wurde im Juni 1904 als Erinnerungsbuch für Augusta Carolina S.s erstgeborenen Sohn Willi begonnen: „Es soll den Zweck haben uns später die Tage seiner Kindheit zu vergegenwärtigen und vielleicht nimmt er diese kleinen Aufzeichnungen als das wärmste Andenken an die, die geboren wenn ich einmal nicht mehr bin.“ Die bis Jänner 1936 geführten Aufzeichnungen wurden später allen vier Kindern gewidmet, die z.T. detaillierten Schilderungen von den Alltagssituationen einer Mutter kleiner Kinder bestimmen zu Anfang auch den Inhalt. Daneben berichtet Augusta Carolina S. von politischen Ereignissen, etwa dem Einrücken des Ehemanns in den Ersten Weltkrieg: „Es ist bitter! Bitter! Sorge u. Unruhe, den Gleichmut bewahren u. arbeiten! Sein Strohhut, so wie er ihn hingehängt hat, am Nagel beim Handtuch – ich laß‘ ihn dort hängen, es ist mir manchmal eine Erleichterung still hinzublicken wenn wir im Geschäfte arbeiten, der blaße, schmächtige Lehrbursche u. ich.“ Zwischen den Einträgen befinden sich häufig große zeitliche Abstände, manche sind wiederum mittels Durchstreichungen oder Einfügungen redigiert, ein einzelner Satz ist ausgeschnitten worden. Auch dieses Tagebuch enthält zahlreiche Einlagen, darunter einzelne Korrespondenzstücke und Fotos und ca. die Hälfte der Seiten sind unbeschrieben.

Beide Tagebücher sind in weichgebundene Schreibhefte mit schwarzem Einband (130 und 154 Seiten) eingetragen. Neben den Originalen liegt auch eine Abschrift (60 Seiten) des Großteils der Tagebuchtexte vor, die Dr.in Hannelore R., die Enkelin von Augusta Carolina S., 2008 angefertigt hat. Diese sind erweitert durch Informationen zu den Familienhintergründen, dem Scan von drei Fotografien, zwei amtlicher Dokumente sowie eines Briefes von Augusta Carolina S. an ihre Tochter Fränzi W. (geb. S.) aus dem März 1942.

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